Fahrtwindsimulation auf dem Rollenprüfstand: Der LTG VQF im Einsatz

18.08.2026

Christin Struppert Head of Marketing

Auf der Automotive Testing Expo Europe 2026 haben wir den Fahrtwind-Simulator VQF direkt an unserem Messestand präsentiert. Im Video erklären wir am Exponat, wie das Gerät eine kontrollierte Luftströmung für Fahrzeugtests erzeugt und sich in eine Prüfstandsumgebung einbinden lässt.

Der Ausgangspunkt ist einfach: Auf dem Rollenprüfstand bleibt das Fahrzeug an einer festen Position. Die Luftströmung, die während der Fahrt entsteht, fehlt. Damit Kühlung, Luftführung und Prüfbedingungen trotzdem reproduzierbar bleiben, muss das Fahrzeug gezielt angeströmt werden. Genau hier kommt der VQF zum Einsatz.

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Definierter Fahrtwind für reproduzierbare Prüfbedingungen

Ein Fahrtwindsimulator erzeugt vor dem stehenden Fahrzeug eine kontrollierte Luftströmung. Luftgeschwindigkeit, Ausblasquerschnitt, Ausblashöhe und Abstand zum Fahrzeug werden auf den Prüfaufbau abgestimmt. So lassen sich die benötigten Anströmbedingungen auch dann zuverlässig herstellen, wenn sich das Fahrzeug selbst nicht durch die Umgebungsluft bewegt.

Die VQF-Baureihe wurde insbesondere für Fahrzeug-Rollenprüfstände entwickelt. Je nach Baugröße und Ausführung kann sie an unterschiedliche Fahrzeuge, Geschwindigkeitsbereiche und Prüfanforderungen angepasst werden.

Typische Einsatzbereiche

Fahrtwindsimulatoren kommen überall dort zum Einsatz, wo eine definierte Anströmung zum Prüfaufbau gehört. Dazu zählen:

  • Fahrzeugtests auf Rollenprüfständen
  • Verbrauchs- und Emissionsmessungen
  • Prüfungen von batterieelektrischen Fahrzeugen und Brennstoffzellenfahrzeugen
  • thermische Untersuchungen und Kühlaufgaben
  • kundenspezifische Anström- und Prüfsimulationen

Welche Ausführung geeignet ist, hängt von der erforderlichen Luftgeschwindigkeit, dem Ausblasquerschnitt, den Umgebungsbedingungen und dem vorhandenen Prüfstand ab. Einen Überblick über weitere Lösungen bietet der Bereich Automotive-Windsimulation.

LTG Fahrtwind-Simulator VQF mit Querstromventilator-Technologie zur Erzeugung definierter Luftströmungen vor einem Fahrzeug auf dem Prüfstand.

Wie der VQF die Luftströmung erzeugt

Das zentrale Element der VQF-Baureihe ist ein Querstromventilator. Die Luft wird über die Länge des Ventilatorlaufrads angesaugt, im Laufrad umgelenkt und beschleunigt. Anschließend tritt sie über die gesamte Auslassbreite wieder aus.

Das Querstromprinzip

Durch dieses Prinzip verteilt sich die Luft gleichmäßig über eine breite Fläche. Bei der im Video gezeigten Ausführung wird sie von oben angesaugt, innerhalb des Geräts um 90 Grad umgelenkt und horizontal zum Fahrzeug geführt. Das spart Platz vor dem Prüfstand und ermöglicht eine kompakte Aufstellung.

Mehr über Aufbau und Strömungsführung erfahren Sie im Wissensbeitrag zur Funktionsweise von Querstromventilatoren. Wie sich Fahrtwind-Simulatoren von vollständigen Windkanälen unterscheiden und wofür beide Systeme eingesetzt werden, erklärt unser Beitrag zum Windkanal.

Für unterschiedliche Prüfaufgaben ausgelegt

Die Anforderungen an die Anströmung unterscheiden sich je nach Fahrzeug, Prüfverfahren und Testumgebung. Deshalb umfasst die VQF-Baureihe verschiedene Baugrößen und Ausführungen. Entscheidend ist nicht ein einzelner Maximalwert, sondern das Zusammenspiel aus Luftgeschwindigkeit, Ausblasfläche, Positionierung und Steuerung.

Standardisierte Prüfverfahren

Je nach Ausführung können die Fahrtwind-Simulatoren Anforderungen unterschiedlicher standardisierter Prüfverfahren unterstützen. Dazu zählen beispielsweise:

  • WLTP für Verbrauchs-, Emissions- und Reichweitenprüfungen leichter Fahrzeuge
  • CFR §1066 für Fahrzeugprüfungen nach US-amerikanischen Vorgaben
  • WMTC für standardisierte Prüfungen motorisierter Zweiräder
  • RDE-bezogene Prüfaufgaben und ergänzende Tests unter definierten Bedingungen

Welche Anforderungen eine konkrete Ausführung erfüllt, ist modellabhängig. Für ausgewählte Varianten ist außerdem eine Zertifizierung nach EMV-ILA® verfügbar.

Ausstattung nach Bedarf

Auch die Ausstattung richtet sich nach der Prüfaufgabe. Je nach Modell sind folgende Funktionen serienmäßig enthalten oder optional verfügbar:

  • kompakte Bauweise durch die Umlenkung des Luftstroms
  • gleichmäßige Luftverteilung über eine breite Auslassfläche
  • regelbare Luftgeschwindigkeit
  • Schnittstellen zur Einbindung in die Prüfstandssteuerung
  • elektrische Anpassung der Ausblashöhe
  • Messung des Abstands zum Fahrzeug
  • Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Anzeige und Übertragung relevanter Betriebsdaten
  • mobile Aufstellung mit Lenkrollen
  • akkubetriebene Fahrantriebe zur Positionierung
  • unterschiedliche Ausblasdüsen und kundenspezifische Ausführungen

Nicht jede Funktion gehört bei jeder Baugröße zum Serienumfang. Die konkrete Konfiguration wird deshalb auf Fahrzeug, Prüfverfahren und Prüfstand abgestimmt. Technische Daten und verfügbare Varianten finden Sie auf der Produktseite des VQF.

Welche Ausführung passt zum Prüfstand?

Bei der Auswahl sollten mehrere Parameter gemeinsam betrachtet werden:

  • Prüfverfahren
  • Fahrzeugart und Fahrzeugabmessungen
  • erforderliche Luftgeschwindigkeit
  • Größe und Form des Ausblasquerschnitts
  • Ausblashöhe und Abstand zum Fahrzeug
  • Temperaturbereich der Prüfumgebung
  • verfügbare Aufstellfläche
  • Anforderungen an Steuerung und Schnittstellen
  • gewünschte Sensorik und Positioniermöglichkeiten

Je früher diese Anforderungen feststehen, desto zielgerichteter lässt sich der Fahrtwind-Simulator auslegen und in den Prüfstand integrieren.

Von der Auslegung bis zum laufenden Betrieb

Wir unterstützen bei der Auswahl und Auslegung einer passenden Lösung für den jeweiligen Prüfstand. Auch nach der Inbetriebnahme bleibt die Strömungsqualität entscheidend: Wartung und Kalibrierungsmessungen helfen dabei, definierte Bedingungen dauerhaft sicherzustellen.

Sie planen einen neuen Prüfstand oder möchten eine bestehende Anlage erweitern? Sprechen Sie mit unseren Experten über Ihre konkrete Prüfaufgabe.